Das Exposé

Exposé – was ist das eigentlich?

Wikipedia bringt es wunderbar auf den Punkt:

Ein Exposé oder Exposee ist eine vorausschauende Inhaltsangabe eines literarischen Werks; es soll die Grundidee und den groben Handlungsverlauf vorstellen. Es ist meist nur einige Seiten lang und enthält weder Dialoge noch Einzelheiten. Es skizziert die Hauptfiguren oder gibt die thematische Grundlinie eines Buchs wieder.

Nicht fehlen darf die Darstellung der Entwicklung der Hauptfigur(en) im Exposé. Es muss beim Lesen klarwerden, was sie antreibt und wohin die Reise geht. In einem Exposé ist kein Raum für Spannung – offene Fragen gehören in den Klappentext. Gleich zu Beginn sollte der Arbeitstitel genannt werden, das Genre, die geplante Zielgruppe sowie Ort und Zeit der Handlung.

Nun geht es richtig los, und zwar mit einem Pitch! Ein (Elevator-)Pitch lässt sich ungefähr mit „Plauderei im Fahrstuhl“ übersetzen und dieses Bild sollte man auch vor Augen haben, wenn man über seinen ersten Satz im Exposé nachdenkt. Allerdings nicht das eines gemütlichen Transports in einem klapprigen Paternoster, sondern eine rasante Fahrt, denn Zeit ist ein wichtiger Faktor beim Pitchen. Schließlich hat man nur wenige Sekunden Zeit, bis der Fahrstuhl im nächsten Stock ankommt. Um im Bild zu bleiben, stellt man sich vor, dass der oder die Mitfahrende weiß, dass man etwas geschrieben hat und Interesse zeigt.

Der Pitch soll die so harmlos klingende Frage „Worum geht es in deiner Geschichte denn?“ in einem Satz beantworten. Das ist übrigens eine Frage, die man sich auch während des Schreibens immer mal wieder stellen sollte – die Antworten mögen einen nicht immer freudig stimmen, aber sie zeigen einem schnell, ob man gerade abdriftet oder sich an Kleinigkeiten aufge(sch)rieben hat.

Es geht also beim Pitching darum, die Handlung der Geschichte auf den Punkt zu bringen. Gelingt das nicht, liegt das in der Regel daran, dass die Grundidee der Story noch schwächelt und nicht ganz durchdacht ist.

Noch einmal: Ein Exposé soll neugierig machen, aber keine Fragen offenlassen. Bei einem Krimi ist nach dem Lesen des Exposés klar, wer der Mörder ist und bei einem Liebesroman weiß man nach den ersten Zeilen schon, ob das Paar letztendlich zusammenkommt oder nicht.

 

Welche Funktion hat ein Exposé?

Ein gut geschriebenes Exposé wirkt auf den Lektor bzw. die Lektorin als Appetithäppchen, das Lust auf die Hauptspeise, das Manuskript, machen soll. Aber auch für Self-Publisher hat das Exposé eine wichtige Funktion, denn die Zusammenfassung des Plots hilft beim Aufdecken möglicher Schwachstellen und führt vor Augen, ob man die wesentlichen Stationen der Handlung (oder auch Handlungsstränge) erfasst hat. Viele Schriftsteller schreiben daher erst ein Exposé, bevor sie mit dem eigentlichen Manuskript beginnen, denn es bietet eine Art Grundgerüst, an dem man sich bei auftauchenden Schreibblockaden orientieren kann. Es kann für einen selbst auch spannend sein, mehrere Exposé-Varianten einer Geschichte abzuspeichern, um die Entwicklung des Plots zurückzuverfolgen.

 

Formalia

So kurz wie möglich, so lang wie nötig!

Das Exposé sollte 1-5 DinA-4-Seiten nicht überschreiten und in einer gut lesbaren, serifenlosen Schrift gehalten sein. Macht bitte nicht den Fehler, für euren Mittelalterroman eine verschwurbelte Schriftart zu wählen, auch wenn euch das passend erscheinen mag. Und die Comic Sans MS gehört zu den am meisten gehassten Schriftarten überhaupt. Darüber, was genau eine gut lesbare Schrift ist, lässt sich natürlich streiten. Auf der sicheren Seite seid ihr aber auf jeden Fall mit den Klassikern wie Times New Roman oder Courier New.

Ob Schriftgröße 11 oder 12 hängt auch ein bisschen von dem Schrifttyp ab, für den man sich entscheidet. Ein angenehmer Zeilenabstand ist 1,5.

Die Ränder (oben, unten und links) können 1,5 bis 2 cm betragen, der rechte Rand sollte jedoch ausreichend Platz für Anmerkungen bieten und mindestens 5 cm breit sein.

Ins Exposé gehört außerdem eine Kopfzeile mit den Angaben Arbeitstitel – Genre – Vor- und Nachname. Auch Seitenzahlen dürfen nicht fehlen, am besten nach dem Schema 1/3 (bei einem 3-seitigen Exposé).

Die generelle Ausrichtung des Textes sollte linksbündig und im Flattersatz gesetzt sein (Silbentrennung ist oft nicht erwünscht).

Das Exposé sollte zudem unbedingt im Präsens abgefasst sein, ganz gleich, in welcher Zeitform das Manuskript geschrieben wurde!

Es ist durchaus sinnvoll, das Exposé anschließend lektorieren zu lassen – einer fremden Person, die (noch) nicht in die Geschichte involviert ist, fallen Schwachpunkte eher ins Auge. Auch sollte man das Exposé vor dem Einreichen bei einem Verlag unbedingt auf Rechtschreib- und Grammatikfehler prüfen lassen, sonst landet das Exposé gleich im Papierkorb.

 

Viel Erfolg beim Pitchen! 😊

Und noch ein Tipp: Wer Zeit und Lust hat, kann ja mal Exposés zu bereits verlegten Geschichten verfassen das kann eine gute Einstiegshilfe für das eigene Exposé sein.

 

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