Das Manuskript ist fertig – und nun?

Erste Schritte

Grundsätzlich schickt man bei der Kontaktaufnahme mit einem Verlag zunächst einmal nur eine Inhaltsangabe und ein Exposé, manche Verlage möchten darüber hinaus auch ein Probekapitel (Suhrkamp zum Beispiel). Es gibt auch Verlage, die noch den klassischen Postweg bevorzugen, etwa die S. Fischer Verlage in Frankfurt am Main. Das vollständige Manuskript sollte man erst schicken, wenn man eine positive Rückmeldung vom Verlag erhalten hat. Exposé und Leseprobe haben daher die Funktion als Türöffner. Übrigens schreibt bitte niemals so etwas wie „Ich habe mein erstes Buch geschrieben …“ – eine Geschichte ist so lange ein Manuskript, bis sie verlegt worden ist. Damit das Herzblut, das man in seine Arbeit gesteckt hat, nicht direkt ungelesen im Papierkorb des Lektors landet, gilt es, ein paar Dinge zu beachten.

  1. Suche dir deinen Verlag gründlich aus. Schreibe nicht einfach den nächstbesten an, den die Google-Suche hervorbringt, sondern finde heraus, ob dein Manuskript zum Verlagsprogramm passt. In Verlagslektoraten arbeitende Kolleginnen berichten mir immer wieder erstaunt, dass die wenigsten Manuskripte, die täglich in ihrem Postfach landen, etwas mit der Verlagsausrichtung zu tun haben. In wie viele Varianten des Bondage-Bestsellers Fifty Shades of Grey (Goldmann aus der Verlagsgruppe Random House) sie schon haben reinlesen müssen, obwohl sie kein einziges Äquivalent im Programm haben (z.B. Diogenes). Natürlich gibt es auch Ausnahmen – da hat dann ein gutes Exposé überzeugen können. Garantiert nicht verlegt werden Manuskripte, die allein aufgrund des Genres dem Verlagsprogramm widersprechen: Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein Spionage-Thriller für Erwachsene bei einem Kinder- und Jugendbuchverlag wie z.B. Oetinger veröffentlicht wird. Am besten schaut man sich deshalb vorher auf den Webseiten des Wunschverlages genau um, was angeboten wird.
  2. Halte dich in deiner E-Mail kurz. In der Regel haben die Lektoren, die die unaufgefordert eingesandten Manuskripte sichten, sehr wenig Zeit. Daher ist es wichtig, dass bereits in der E-Mail das Nötigste auf einen Blick zu sehen ist: Dein Name, der Arbeitstitel deiner Geschichte und unbedingt auch das Genre, dem du deine Geschichte zuordnest.
  3. Das richtige Genre anzugeben ist vor allem deshalb so wichtig, damit das Manuskript an den richtigen Lektor oder die richtige Lektorin weitergeleitet werden kann. Eine Lektorin, die sich auf „Cosy Crimes“ spezialisiert hat, wird sich nicht über einen blutigen „Horror-Thriller“ freuen und der Lektor, der sich auf „Dark Romance“ (Vampire, Werwölfe etc.) spezialisiert hat, wird nicht viel mit „Science Fiction“ anfangen können. Die Genrezuordnung der eigenen Geschichte, ist nicht immer so einfach und Verlage haben es nicht gern, wenn man experimentierfreudig ist und Genres miteinander mischt – es sei denn, der Genre-Mix hat sich bereits etabliert, wie z.B. der „Historienkrimi“ (den man übrigens nicht mit dem „Historischen Krimi“ verwechseln sollte). 😉
    Auch hier kann ein Blick ins Verlagsprogramm helfen.
  4. Jeder Verlag stellt unterschiedliche Anforderungen an Exposé und Inhaltsangabe. Die meisten bieten auf ihrer Webseite die entsprechenden Informationen.

Worauf bei einem Exposé zu achten ist, erfährst du hier.

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